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Magazin sportjournalist
Der sportjournalist ist das Magazin des Verbandes Deutscher Sportjournalisten. Es richtet sich an Journalisten, PR-Fachleute und Medienschaffende, aber auch an interessierte Sportexperten.
Aktuelle Ereignisse aus der Welt des Sports und die Hintergründe der medialen Aufbereitung von Sportereignissen stehen im Zentrum der Berichterstattung, ebenso der Service für die im VDS organisierten hauptberuflich tätigen Sportjournalisten.
Die Zeitschrift erscheint monatlich.
Die aktuelle und ältere Ausgaben finden VDS-Mitglieder als pdf zum Download im Mitgliederbereich dieser Website.
Die aktuelle Ausgabe:
September 2010
Titelthema:
„Wir müssen draußen bleiben“ - Viele Fußball-Clubs verwehren Videojournalisten die Berichterstattung
Von Achim Dreis
Als Klaus Augenthaler noch Trainer des VfL Wolfsburg war, hatte er eine glänzende Idee: In der Pressekonferenz vor der wichtigen Partie bei Alemannia Aachen am vorletzten Spieltag der Sai-son 2006/07 begrüßte er die versammelte Presse mit den Worten: „Guten Tag. Meine Herren. Es gibt vier Fragen und vier Antworten. Die Fragen stelle ich und die Antworten gebe ich auch.“ 42 Sekunden später war die denkwürdige Ein-Mann-Show zu Ende. Es war bis dato Augenthalers letzter großer Auftritt auf erstklassiger Bühne.
Die Zeit war offenbar noch nicht reif für diese selbstreferentielle Art der Öffentlichkeitsarbeit. Mittlerweile sind viele Vereine der Fußball-Bundesliga und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vorneweg aber durchaus auf den Geschmack gekommen, sich selbst zu befragen. Sie spinnen den Gedanken nur nicht so grob aus, wie es der grantige Niederbayer einst vorgeführt hat. Heutzutage stellt ein Mitarbeiter aus der Pressestelle Fragen aus dem Off und die PR-Abteilung verteilt die Antworten per Videobotschaft an die potentiellen Abnehmer, die nach Original-Material der Fußball-Helden lechzen.
Für Martin Volkmar, Fußball-Chef beim Internet-Dienst Sport 1, ein Unding: „Das ist eine neue Form von Verlautbarungs-Journalismus. Unter dem Deckmantel des Professionalismus wird dem Endkunden suggeriert, er würde ein richtiges Interview sehen.“ Online-Medien, die sich dem Fußball nicht nur mit Texten und Fotos widmen wollen, sind die Leidtragenden der schönen, neuen Stromlinie. Sie sind auf das Material angewiesen, da von der Produktion eigener Werke häufig ausgeschlossen …
Das Interview des Monats mit Dr. Reinhard Rauball
Von Gregor Derichs
Nach seiner einstimmigen Wiederwahl durch die 36 Clubs der Fußball-Bundesliga bleibt Dr. Reinhard Rauball weitere drei Jahre Präsident der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL). Keine-ganz leichte Aufgabe. Der Liga-Chef gibt zu: „Die Zeiten sind härter geworden.“ Trotz der Krise des Liga-Partners Sky erteilt der 63-jährige Jurist einem DFL-eigenen Übertragungskanal eine klare Absage. Ein Gespräch über alternative Einnahmequellen, das Verhältnis zwischen Liga und Journalisten und eigene Ambitionen.
„Ein Volontär bringt heute mehr mit“ - Die Ausbildung zum Journalisten hat sich qualitativ verbessert
Von Elisabeth Schlammerl
Wer sich in jener Zeit, als die Computer gerade eben die Schreibmaschinen verdrängten, nach dem erfolgversprechendsten Weg in die Sportredaktion erkundigte, wird sich noch gut erinnern an die Karrieretipps erfahrener Journalisten. Ein Studium, hieß es in den achtziger Jahren oft, sei überhaupt nicht wichtig. Der Nachsatz klang beinahe wie eine kleine Warnung: „Aber wenn Sie studieren wollen, um Gottes Willen ja nicht Kommunikationswissenschaften.“
Absolventen dieses Studiengangs waren damals wegen fehlender Praxis nicht gern gesehen in den Redaktionen. Erfahrung mit den Vorbehalten einer viel zu theoretischen Ausbildung hatte auch Professor Dr. Josef Hackforth zu Beginn seiner akademischen Karriere in Münster gemacht – und erfolgreich dagegen angekämpft. Vor allem an der Sporthochschule in Köln, wo er knapp zehn Jahre das Institut für Sportpublizistik geleitet hat, und jetzt als Ordinarius des Lehrstuhls für Sport, Medien und Kommunikation an der Technischen Universität München. „Die gegenseitige Missachtung von Wissenschaft und Praxis ist lange überwunden“, sagt er. Die Ausbildung an Universitäten sei praxisorientierter geworden, „und große Teile des Journalismus sind dafür nun wissenschaftlicher. Es hat eine Annäherung stattgefunden.“ Von der profitieren Medien. Unverständlich ist für ihn deshalb, dass sein Lehrstuhl nach seinem altersbedingten Ausscheiden im September 2011 aufgelöst werden soll …
Außerdem in diesem Heft:
• Nostalgie: Der SID wird 65
• Klartext: Dietrich Mateschitz beim Kongress der österreichischen Sportjournalisten
• Dabei sein ist alles: Das Akkreditierungsverfahren für Olympia 2012 beginnt
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